Land

 

Mich trägt das Land,

der Wald und jeder Baum

mich tragen Ozeane,

Berge und der Himmel,

und all das trage ich

im Herzen, in meiner Stimme,

und das Dazwischen ist

Bewegung nur, ist Reise,

manchmal auch Traum,

Tanz oder Gesang -

und kaum, dass mir

Bekanntes spricht ganz leise,

reiht atmend sich,

auf dich zurückbesinnend,

so eine Ahnung, ein Gefühl

als weiterer Klang

in meinen Kreis mit ein.

 

Morgenhimmel

 

Ich seh´ dich an und will dich malen

und dann mit dir ganz leicht dahin

im Meer aus glühend heißen Farben

über schneeweiße Hügel zieh´ n.

Und spüren will ich, wie die frühe Welt

entzündet sich am ersten Strahl,

der gleißend auch in meine Seele fällt

und mich in seiner Wärme badet.

Mein Bild ist jenes weiche Licht darin.


 

Tag

 

Lies mir doch vor

aus deinen Träumen.

Flüstere nur jedes Wort

ganz leise mir ins Ohr

nicht eins von ihnen

möchte ich versäumen.

In deiner Nähe bricht

der Himmel strahlend auf,

still steht die Dämmerung

im Tal - atmet Licht ein

und Nebel langsam aus

und wie von Zauberhand

wird´ s hell und warm

im Land - wieder einmal.

 

Wolf

 

Mein Herz

sehnt sich.

Nach Einsamkeit

verlangt es

meine Seele,

nach einem

Ort, wo Raum

und Zeit

ganz still

einander

sich begegnen,

wo die Welt

schweigt,

nichts will.

Im Traum

versüßt du mir

den Schmerz.

Seh´ dich,

ist Wolfszeit.


 

 Licht

 

weder gegründet

noch verwurzelt

wächst du

durch die Zeit.

Nur Fenster, nur Tür.

Farben sind dir

Raum genug.

 

 

Blütenmeer

 

Gedankenverloren bin ich gern,

streue die Samen auf die Wiese,

auf dass ich sie im nächsten Jahr

dankend als Blütenmeer genieße.

 


 

Wo ich bin

 

Was ich nicht hab´

kommt nicht ins Gesicht,

ich mach´ mir kein Kleid

aus dem, was nicht ist

und aus dem, was nie war,

bau´ ich mir kein Haus,

ich geb´ meine kostbare

Zeit für die Stille aus -

und der Liebe mich hin,

sie ist da, wo ich bin.

 

Zwischenzeit

 

Heut´ liebe ich das lichte, helle Grau,

mag stundenlang nur Wolken schauen,

mir Wandelluftschlosshäuser bauen

und in den Fluren und Schattierungen

aus Licht und Grau und Blau spazieren.

Wunsch- und ja schwerelos möcht´ ich

im leeren Luftraum mich verlieren

und jenes Zwischenzeitraumleuchten

still bestaunen, ein neues Jahr mir bauen.